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Nachrichten aus Lindenthal
Lokales

Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Köln-Lindenthal

Vom Stadtwald über den Decksteiner Weiher und die Universität bis zum romanischen Krieler Dömchen: ein Streifzug durch Kölns grünsten Stadtteil.

Von Holger Winter | 21. Juni 2026
Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Köln-Lindenthal © Foto: Horsch / Wikimedia Commons (CC BY 2.5)
Ansicht aus Köln-Lindenthal.

Lindenthal wird von Touristen selten angesteuert. Die großen Reiseführer schicken ihre Leser zum Dom, an den Rhein und in die Altstadt, selten weiter westwärts als bis zum Rudolfplatz. Dabei beginnt gleich hinter den Ringen ein anderes Köln, ruhiger, grüner und großzügiger angelegt.

Lindenthal ist der grünste Stadtteil der Stadt, durchzogen vom inneren und vom äußeren Grüngürtel, mit Stadtwald, Tierpark und weiten Parkweihern. Dazwischen stehen die Universität, der weltberühmte Melaten-Friedhof und eine der ältesten Kirchen Kölns. Dreizehn Orte, die zeigen, warum sich der Weg nach Westen lohnt.

Was dich erwartet

1. Kölner Stadtwald

  • Adresse: Dürener Straße / Kitschburger Straße, 50935 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Spaziergänger, Familien, Jogger, Radfahrer
  • Verkehr: Stadtbahn-Linie 7 bis Dürener Straße/Gürtel

Der Kölner Stadtwald ist mit rund 205 Hektar die grüne Lunge des Stadtteils. Gartendirektor Adolf Kowallek legte ihn ab 1895 an, als Grundlage diente der englische Landschaftspark des ehemaligen Hofguts Kitschburg. Heute durchziehen Wege, Kanäle und zwei Parkweiher das Gelände.

Der Kahnweiher und der kleinere Waldweiher entstanden gegen Ende der 1890er Jahre, auf dem Kahnweiher kannst du im Sommer Boote mieten. Mehrere Gastronomien, ausgedehnte Wiesen und schattige Alleen machen den Stadtwald zum beliebtesten Naherholungsraum im Kölner Westen. Wer mehr über die Entstehung des Stadtteils erfahren will, findet in unserer Geschichte Lindenthals die Einordnung.

2. Lindenthaler Tierpark

  • Adresse: Kitschburger Straße, 50935 Köln (im Stadtwald)
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Familien mit Kindern, Tierfreunde
  • Tipp: früher Vormittag, wenn die Herden besonders aktiv sind

Mitten im Stadtwald liegt der Lindenthaler Tierpark, ein Freigehege ohne Eintritt. Seine Ursprünge reichen bis 1908 zurück, als man hier ein acht Hektar großes Gehege für Dam- und Rehwild anlegte. Nach der Schließung im Zweiten Weltkrieg wurde der Park 1951 auf Drängen der Kölner Bevölkerung wiedereröffnet, zunächst mit nur einem Hirsch und drei Muttertieren.

Heute leben hier schottische Hochlandrinder, Esel, seltene Ziegen, frei laufende Herden von Damwild und urtümliche Soay-Schafe. Im Vogelbereich watscheln Pfauen, schwarze Trauerschwäne und verschiedene Gänsearten umher. Für Familien ist der Tierpark eines der dankbarsten Ausflugsziele im Kölner Westen.

3. Decksteiner Weiher

  • Adresse: Gleueler Straße / Bachemer Straße, 50931 Köln
  • Eintritt: frei (Tretboote ab ca. 12 Euro pro Stunde)
  • Geeignet für: Spaziergänger, Bootsfreunde, Jogger
  • Tipp: Einkehr im Haus am See

Der Decksteiner Weiher ist das Herz des äußeren Grüngürtels und mit rund 20 Hektar einer der größten künstlichen Parkweiher der Stadt. Er entstand zwischen 1927 und 1929 unter Gartenbaudirektor Theodor Nußbaum, nach den Planungen von Fritz Schumacher und Ideen Konrad Adenauers, der den früheren Festungsring zum Grüngürtel umwandeln ließ.

Der quadratisch angelegte Weiher mit seiner unzugänglichen Mittelinsel ist nur etwa 1,5 Meter tief und war ursprünglich als Ruderstrecke gedacht. Am Nordwestufer liegt das Haus am See mit Terrasse und Bootsverleih. Eine Runde um den Weiher führt durch eine der schönsten Parklandschaften Kölns.

4. Aachener Weiher und Hiroshima-Nagasaki-Park

  • Adresse: Ecke Aachener Straße / Universitätsstraße, 50931 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Sonnenanbeter, Picknicker, Studenten
  • Verkehr: Stadtbahn-Linie 1 / 7 bis Universitätsstraße

Der Aachener Weiher ist der Mittelpunkt des inneren Grüngürtels, der auf Erlass Konrad Adenauers zwischen 1922 und 1924 auf dem Gelände des früheren Festungsgürtels entstand. Der künstliche See wird aus den benachbarten Lindenthaler Kanälen gespeist und ist im Sommer einer der lebendigsten Treffpunkte der Stadt.

Südlich schließt sich der Hiroshima-Nagasaki-Park an, der seit 2004 offiziell so heißt: Mitglieder des Kölner Friedensforums setzten den Namen durch, um an die Atombombenabwürfe von 1945 zu erinnern. Auf dem aufgeschütteten Trümmerhügel, im Volksmund Mont Klamott oder Aachener Berg, hat man einen weiten Blick über die Anlage.

5. Museum für Ostasiatische Kunst

  • Adresse: Universitätsstraße 100, 50674 Köln
  • Eintritt: regulär ca. 9,50 Euro, ermäßigt günstiger
  • Geeignet für: Kunstfreunde, Architekturinteressierte
  • Geöffnet: Dienstag bis Sonntag

Direkt am Aachener Weiher steht das älteste eigenständige Museum für ostasiatische Kunst in Deutschland. Der heutige Bau wurde 1977 nach Entwürfen des japanischen Architekten Kunio Maekawa eröffnet, eines Schülers von Le Corbusier. Die Umsetzung vor Ort verantwortete der Kölner Architekt Joachim Jacobs.

Der lichte Bau in der Tradition der klassischen Moderne wird von einem japanischen Meditationsgarten gerahmt, gestaltet vom Bildhauer Masayuki Nagare. Drinnen warten chinesische, japanische und koreanische Malerei, Lackarbeiten, Keramik und buddhistische Plastik. Die Spiegelung des Gebäudes im Weiher gehört zu den schönsten Stadtbildern Kölns.

6. Universität zu Köln und Albertus-Magnus-Platz

  • Adresse: Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln
  • Eintritt: frei (Außengelände und Foyer)
  • Geeignet für: Architekturfans, Stadtbummler
  • Verkehr: Stadtbahn-Linie 9 bis Universität

Das Hauptgebäude der Universität zu Köln entstand zwischen 1929 und 1934 nach Plänen des Architekten Adolf Abel. Die Fassade aus Tuff und Basaltlava verrät den Einfluss der Stuttgarter Schule, die Natursteine bevorzugte. Mit über 40.000 Studenten zählt die Hochschule heute zu den größten Deutschlands.

Vor dem Eingang liegt der Albertus-Magnus-Platz, benannt nach dem Gelehrten und Namenspatron der Universität. Die Bronzestatue des Albertus Magnus schuf Gerhard Marcks im Jahr 1956. Den weiten Platz in seiner heutigen Form gibt es erst, seit die Universitätsstraße Mitte der 1960er Jahre tiefergelegt und überdeckt wurde.

7. Melaten-Friedhof

  • Adresse: Aachener Straße 204, 50931 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Spaziergänger, Geschichtsinteressierte, Fotografen
  • Tipp: öffentliche Führungen des Fördervereins

Der Melaten-Friedhof ist der zentrale Friedhof Kölns und liegt an der nördlichen Grenze Lindenthals zwischen Aachener Straße und Weinsbergstraße. Eröffnet 1810, erstreckt er sich über rund 435.000 Quadratmeter mit etwa 55.000 Gräbern. Der Name geht auf ein mittelalterliches Leprosenhaus zurück, das hier einst stand.

Die bekannteste Achse ist die sogenannte Millionenallee mit den prächtigsten und teuersten Grabmälern alter Kölner Familien. Hier ruhen Persönlichkeiten wie Johann Maria Farina, der Erfinder des Eau de Cologne, der Volkssänger Willi Ostermann, die Schauspielerfamilie Millowitsch sowie Alfred Biolek und Guido Westerwelle. Zwischen alten Bäumen wirkt Melaten eher wie ein Park als wie ein Friedhof.

8. Krieler Dömchen (Alt St. Stephan)

  • Adresse: Kriel, an der Dürener Straße, 50935 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Geschichtsinteressierte, Liebhaber romanischer Kirchen
  • Tipp: ruhiger Moment im ältesten Bau Lindenthals

Das Krieler Dömchen, eigentlich Alt St. Stephan, ist das älteste Gotteshaus Lindenthals und nach St. Gereon das zweitälteste Kölns. Der kleine, dem Märtyrer Stephanus geweihte Bau stammt aus dem 10. bis 11. Jahrhundert und steht auf den Fundamenten eines noch älteren Vorgängers, für den offenbar römische Ziegel verwendet wurden.

Bis zur Weihe der neuen Kirche St. Stephan an der Bachemer Straße 1887 diente das Dömchen den Bewohnern des alten Dorfes Kriel als Pfarrkirche. Der Legende nach soll der spätere Kölner Erzbischof Hildebold hier als Priester gewirkt haben, ehe ihn Karl der Große entdeckte. Es zählt zu den kleinen romanischen Dorfkirchen vor der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer.

9. Kirche Christi Auferstehung

  • Adresse: Liebigstraße, 50823 Köln (Melatengürtel-Nähe)
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Architekturfans, Freunde der Nachkriegsmoderne
  • Highlight: Betonplastik von Gottfried Böhm

Die katholische Kirche Christi Auferstehung wurde 1968 nach Plänen von Gottfried Böhm errichtet und gilt als viel beachtetes Werk der Nachkriegsmoderne. Böhm, der 1986 als bislang einziger deutscher Architekt den Pritzker-Preis erhielt, formte hier den Beton zu einer kristallin gefalteten Skulptur.

Die plastisch bewegte Dachlandschaft und das gedämpfte Licht im Inneren machen den Bau zu einem Pilgerort für Architekturinteressierte. Wer sich für Kölns moderne Sakralbauten begeistert, sollte das Auferstehungs-Ensemble nicht auslassen.

10. Geusenfriedhof

  • Adresse: Kerpener Straße / Weyertal, 50931 Köln
  • Eintritt: nur zu Führungen und Öffnungsterminen
  • Geeignet für: Geschichtsinteressierte, Stille-Suchende
  • Tipp: Termine über den Förderverein erfragen

Versteckt zwischen Wohnhäusern liegt der Geusenfriedhof, der 1576 vor dem damaligen Weyertor angelegt wurde. Auf rund 7.200 Quadratmetern war er bis 1829 die einzige Begräbnisstätte für die evangelischen Verstorbenen des katholisch geprägten Köln.

Der Name erinnert an die Geusen, die niederländischen Protestanten, die im Köln der Gegenreformation keine eigenen Friedhöfe nutzen durften. Heute ist die kleine, von einer Mauer umfriedete Anlage ein stilles Denkmal der Kölner Religionsgeschichte und nur an bestimmten Terminen zugänglich.

11. Lindenthaler Kanal

  • Adresse: entlang Rautenstrauchstraße und Clarenbachstraße, 50931 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Spaziergänger, Familien, Radfahrer
  • Highlight: grüne Verbindung zwischen den Grüngürteln

Der Lindenthaler Kanal entstand 1925 entlang der Rautenstrauch- und der Clarenbachstraße und verbindet den inneren Grüngürtel am Aachener Weiher mit dem äußeren Grüngürtel. Die schmale, von Wasserflächen und Brücken begleitete Grünachse ist eines der charmantesten Wohnumfelder Kölns.

Zwischen den Kanalläufen reihen sich gepflegte Vorgärten, Spielplätze und Villen aus der Gründerzeit. Ein Spaziergang am Wasser entlang zeigt, warum Lindenthal seit jeher als bevorzugte Wohnlage gilt. Wie sich das auf die Preise auswirkt, liest du im Mietspiegel für Lindenthal.

12. Paul-Gerhardt-Kirche

  • Adresse: Lindenthal, nahe Dürener Straße, 50931 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Spaziergänger
  • Stil: neugotischer Backsteinbau

Die Paul-Gerhardt-Kirche wurde 1901 fertiggestellt und war die erste evangelische Kirche Lindenthals. Der neugotische Backsteinbau hieß ursprünglich schlicht die Rote Kirche, ehe er beim Wiederaufbau 1951 seinen heutigen Namen erhielt.

Der schlanke Turm prägt das Straßenbild des alten Villenviertels. Die Kirche erinnert daran, dass Lindenthal um die Jahrhundertwende rasant wuchs, als wohlhabende Kölner aus der engen Innenstadt in die grüne Vorstadt zogen.

13. Villenviertel Lindenthal

  • Adresse: rund um Bachemer Straße, Theresienstraße und Krieler Straße, 50931 Köln
  • Eintritt: frei (bewohntes Viertel, Außenbesichtigung)
  • Geeignet für: Architekturfans, Flaneure
  • Tipp: am schönsten zur Blütezeit der Vorgärten

Lindenthal entstand ab den 1880er Jahren als planmäßig angelegtes Villen- und Gartenviertel vor den Toren Kölns. Breite, von Bäumen gesäumte Straßen, großzügige Vorgärten und repräsentative Häuser aus Gründerzeit, Jugendstil und den 1920er Jahren prägen bis heute das Bild.

Ein Bummel durch die Straßen rund um die Bachemer Straße führt vorbei an Stuckfassaden, schmiedeeisernen Toren und alten Platanen. Mehr über die einzelnen Quartiere und ihre Grenzen findest du in unserer Übersicht zu den Stadtteilen rund um Lindenthal.

Drei Geheimtipps für später
  • Decksteiner Mühle: namensgebender Mühlenort am äußeren Grüngürtel, heute ruhige Wegmarke am Weiher
  • Stadtwaldweiher im Winter: die Parkweiher liegen dann fast für sich, perfekt für einen stillen Spaziergang
  • Beethovenpark: die südliche Fortsetzung des äußeren Grüngürtels Richtung Sülz, weite Wiesen und alte Baumbestände

Ausblick: Lindenthal bleibt Kölns grüner Westen

Lindenthal ist kein Ort, an dem man eine Liste abarbeitet. Es ist ein Stadtteil, in dem man sich Zeit nimmt: einen Nachmittag am Decksteiner Weiher verbringt, durch den Stadtwald radelt, im Tierpark die Hochlandrinder beobachtet und sich am Albertus-Magnus-Platz unter Studenten mischt.

Die Grüngürtel, die Konrad Adenauer in den 1920er Jahren auf dem alten Festungsring anlegen ließ, sind bis heute das Rückgrat des Stadtteils. Sie machen Lindenthal zu dem, was viele Kölner an ihm schätzen: ein Stück Stadt, das atmet.

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