Köln-Lindenthal zählt rund 153.000 Einwohner und ist damit der mit Abstand bevölkerungsreichste der neun Kölner Stadtbezirke.1 Der Bezirk im Kölner Westen wächst langfristig, ist im Schnitt etwas wohlhabender und hat einen vergleichsweise niedrigen Ausländeranteil. Er reicht vom dicht bebauten Sülz bis zu den dörflich geprägten Stadtteilen am Stadtrand.
Dieser Beitrag bündelt die wichtigsten Eckdaten zu Bevölkerung, Altersstruktur, Migration und Verteilung über die neun Stadtteile. Eine kompaktere Übersicht findest du in unserer Lindenthal-Statistik2, eine Karte und Beschreibung der Viertel unter Stadtteile in Lindenthal.
- Lindenthal-Demografie auf einen Blick
- Wie viele Menschen leben in Köln-Lindenthal?
- Wächst, stagniert oder schrumpft Lindenthal?
- Die neun Stadtteile von Lindenthal
- Altersstruktur: Wer ist wie alt in Lindenthal?
- Migration: Lindenthal im Kölner Vergleich
- Eingemeindung und historische Wurzeln
- Ausblick
- Quellen
Lindenthal-Demografie auf einen Blick
- Einwohner aktuell: rund 153.000 (bevölkerungsreichster Stadtbezirk Kölns)
- Fläche: rund 41,7 Quadratkilometer, Bevölkerungsdichte rund 3.690 Einwohner je Quadratkilometer
- Wachstum 2010 bis 2024: rund 9 bis 10 Prozent
- Ausländeranteil: rund 13 Prozent (unter dem Kölner Schnitt)
- Migrationshintergrund: rund 28 bis 29 Prozent
- Anteil ab 60 Jahre: rund 25 Prozent (einer der älteren Bezirke Kölns)
Wie viele Menschen leben in Köln-Lindenthal?
Im Melderegister der Stadt Köln waren Ende 2024 rund 152.600 Einwohner für den Stadtbezirk Lindenthal verzeichnet, Ende 2025 rund 153.700.3 Damit stellt Lindenthal etwa jeden siebten Kölner und liegt klar vor allen anderen Stadtbezirken. Zum Vergleich: Köln insgesamt zählt rund 1,09 Millionen Einwohner.
Einwohnerentwicklung des Stadtbezirks Lindenthal, 1995 bis 2024 (Melderegister, gerundet). Der Wert für 1995 ist geschätzt. Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik / Kölner Stadtteilinformationen.
Der lange Verlauf zeigt zwei Phasen. Bis Mitte der 2000er Jahre stagnierte die Einwohnerzahl um die 139.000 bis 140.000. Erst zwischen 2010 und 2020 legte der Bezirk kräftig zu, von rund 139.500 auf über 152.000.4 Getragen wurde dieser Sprung vor allem durch Neubaugebiete in den westlichen Stadtteilen wie Widdersdorf und Junkersdorf. Seit 2020 hat sich das Wachstum deutlich abgeflacht und bewegt sich nur noch im Bereich weniger hundert Einwohner pro Jahr.
Wächst, stagniert oder schrumpft Lindenthal?
Über die vergangenen knapp 15 Jahre wächst Lindenthal klar, mit rund 9 bis 10 Prozent Plus seit 2010.5 In den frühen 2000ern stagnierte der Bezirk dagegen über Jahre. Seit 2022 ist das Wachstum nahezu zum Stillstand gekommen: Ende 2022 waren es rund 153.400, Ende 2024 rund 152.600 und Ende 2025 rund 153.700 Einwohner. Der Bezirk pendelt also seit einigen Jahren um die 153.000er Marke.
Innerhalb des Bezirks ist das Wachstum sehr ungleich verteilt. Während die dicht bebauten Innenstadt-nahen Stadtteile Sülz und Klettenberg kaum noch Spielraum haben, sind die Stadtrand-Stadtteile Widdersdorf und Junkersdorf in den vergangenen zwei Jahrzehnten durch Neubauquartiere stark gewachsen.
Die neun Stadtteile von Lindenthal
Der Stadtbezirk Lindenthal besteht aus neun Stadtteilen sehr unterschiedlicher Größe.6 Der namensgebende Stadtteil Lindenthal ist dabei nicht einmal der größte: Mit rund 36.300 Einwohnern liegt Sülz an der Spitze, gefolgt von Lindenthal mit rund 30.800.
| Stadtteil | Einwohner (2024) | Anteil am Bezirk |
|---|---|---|
| Sülz | 36.337 | 23,8 % |
| Lindenthal | 30.757 | 20,2 % |
| Weiden | 17.901 | 11,7 % |
| Junkersdorf | 15.135 | 9,9 % |
| Braunsfeld | 12.439 | 8,1 % |
| Widdersdorf | 12.308 | 8,1 % |
| Klettenberg | 10.416 | 6,8 % |
| Lövenich | 9.129 | 6,0 % |
| Müngersdorf | 8.222 | 5,4 % |
| Stadtbezirk gesamt | 152.644 | 100 % |
Eine ausführliche Vorstellung der einzelnen Viertel, von der studentisch geprägten Sülzer Veedel-Stimmung bis zum grünen Müngersdorf mit dem Stadion, findest du in unserem Überblick zu den Stadtteilen in Lindenthal.
Altersstruktur: Wer ist wie alt in Lindenthal?
Lindenthal gehört zu den älteren Bezirken Kölns. Rund 25 Prozent der Einwohner sind 60 Jahre oder älter, knapp 19 Prozent haben das 65. Lebensjahr erreicht.7 Der Anteil der unter 18-Jährigen liegt bei rund 15 Prozent. Der Stadtteil Lindenthal selbst weist ein Durchschnittsalter von rund 43 Jahren auf und liegt damit etwa im Kölner Mittel.8
| Altersgruppe | Anteil Lindenthal |
|---|---|
| unter 18 Jahre | ca. 14,8 % |
| 18 bis 59 Jahre | ca. 60 % |
| 60 Jahre und älter | ca. 25,1 % |
| davon 65 Jahre und älter | ca. 18,9 % |
Auffällig ist die Haushaltsstruktur: Mehr als die Hälfte aller Haushalte im Bezirk sind Einpersonenhaushalte (rund 53 Prozent), nur etwa 17 Prozent sind Haushalte mit Kindern.9 Das hängt eng mit der Universität zu Köln zusammen, die in Lindenthal liegt und für viele junge Singles und Studenten-WGs sorgt.
Migration: Lindenthal im Kölner Vergleich
Der Ausländeranteil im Stadtbezirk liegt bei rund 13 Prozent (Ende 2025: 19.848 Personen ohne deutschen Pass) und damit deutlich unter dem Kölner Gesamtwert.10 Der weiter gefasste Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt bei rund 28 bis 29 Prozent. Lindenthal ist damit einer der Bezirke mit dem niedrigsten Migrationsanteil in Köln, wo der stadtweite Schnitt spürbar höher liegt.
Innerhalb des Bezirks gibt es allerdings Unterschiede. Die studentisch geprägten und gut angebundenen Stadtteile Sülz und Lindenthal sind internationaler als die eher bürgerlichen Randstadtteile wie Junkersdorf, Müngersdorf oder Widdersdorf.
Eingemeindung und historische Wurzeln
Die heutige Form des Bezirks ist das Ergebnis zweier Eingemeindungswellen. Braunsfeld, Klettenberg, Lindenthal, Müngersdorf und Sülz kamen bereits 1888 zu Köln, die westlichen Stadtteile Lövenich, Junkersdorf, Weiden und Widdersdorf folgten erst 1975 mit dem Köln-Gesetz.11 Erst seit 1975 trägt der gesamte Stadtbezirk 3 den Namen Lindenthal.
Der namensgebende Stadtteil selbst entstand vergleichsweise spät: Lindenthal wurde 1846 mit dem Bau eines ersten Hauses an der Dürener Straße gegründet und entwickelte sich ab den 1870er Jahren durch Pferdebahnlinien und die spätere Universität zu einem bürgerlichen Wohnviertel. Mehr dazu liest du in unserer Geschichte von Lindenthal.
Hinweis zur Methodik
Die Zahlen basieren auf den Kölner Stadtteilinformationen und den Strukturdaten der Stadt Köln (Amt für Stadtentwicklung und Statistik) sowie auf Auswertungen des Melderegisters. Werte sind gerundet, Stichtage variieren (in der Regel 31.12.). Die Stadtteil-Einwohnerzahlen beziehen sich auf den Stand 31.12.2024, einzelne Strukturdaten auf den 31.12.2025. Geringe Abweichungen zwischen einzelnen Veröffentlichungen sind möglich.
Ausblick
Lindenthal bleibt auf absehbare Zeit Kölns einwohnerstärkster Bezirk, dürfte aber nicht mehr so stark wachsen wie im Jahrzehnt zwischen 2010 und 2020. Die innerstädtischen Stadtteile sind weitgehend bebaut, Wachstumsspielraum gibt es vor allem noch in den westlichen Quartieren rund um Widdersdorf und Lövenich. Gleichzeitig altert die Bevölkerung, und der hohe Anteil an Einpersonenhaushalten stellt den Bezirk bei Wohnraum, Pflege und Nahversorgung vor klare Aufgaben.